Ratgeber Diabetes insipidus
Informationen für Betroffene und Angehörige
Wissenswertes
Alternative Testmethoden
Hat der Durstversuch kein klares Diagnose-Ergebnis gebracht, sind der sogenannte Hickey-Hare-Test – oder der ähnliche Carter-Robbins-Test – alternative Methoden zur Diagnose des Diabetes insipidus. Bei diesen Methoden wird über eine Infusion eine Kochsalzlösung in den Körper gebracht, was zu einer verstärkten Ausschüttung von ADH führt. Dann wird wie beim Durstversuch in regelmäßigen Abständen Urin gesammelt und auf Osmolarität untersucht. Bei einem gesunden Menschen nimmt die Menge an Urin nach Kochsalzgabe ab. Bei von Diabetes insipidus Betroffenen ist dies nicht der Fall.
Desmopressin in Tablettenform
Neuerdings wird neben der Verabreichung in Form von Nasensprays oder –tropfen Desmopressin in Tablettenform angeboten, was bei einer Entzündung der Nasenschleimhaut eine alternative Verabreichungsform darstellen kann, aber durch den indirekteren Weg in den Blutkreislauf häufiger und höher dosiert gegeben werden muss.
180 Liter Wasser in der Niere
Täglich fließen circa 1700 Liter Blut durch beide Nieren eines erwachsenen Menschen. Dabei werden circa 180 Liter sogenanntes Plasmawasser abfiltriert, die jedoch nicht in die Blase gelangen. Für den Körper unbrauchbare Stoffe werden ausgeschieden, brauchbare Stoffe wie Wasser gelangen zurück in den Körper. Das ADH greift an dieser Stelle regulativ in den Wasserhaushalt ein und holt mit 90 % den größten Teil dieses Wassers aus den so genannten Nierenkanälchen zurück in den Blutkreislauf.
Die Farbe des Urins zeigt die Osmolarität an. Je heller der Urin, desto geringer die Konzentration des Harns. Bei niedriger Konzentration des Urins ist auch dessen spezifisches Gewicht niedrig und gleicht sich dem spezifischen Gewicht von Wasser an. In dem Moment der Übereinstimmung wird nur noch Wasser ausgeschieden, das der Körper eigentlich behalten sollte.
Schwangerschaft und Diabetes insipidus
In der Schwangerschaft kann eine spezielle Form des Diabetes insipidus (Gestationsdiabetes insipidus) vorkommen, die auf einer erhöhten Freisetzung des Enzyms Vasopressinase beruht, das in der Plazenta vorkommt. Dieses Enzym führt zu einem beschleunigten Abbau von ADH. Außerdem können die Nieren in der Schwangerschaft auf ADH vermindert reagieren, sodass von einer teilweisen ADH-Resistenz gesprochen werden kann. Innerhalb weniger Wochen nach der Geburt normalisiert sich der Wasserhaushalt wieder. Eine Behandlung mit Desmopressin hat sich für Schwangere und Stillende als unbedenklich herausgestellt.
ADH-Unterdrückung nach Alkoholgenuss
Der bekannte „Nachdurst“ am Tag nach dem Genuss von Alkohol ist auch auf die verminderte beziehungsweise unterdrückte Produktion von ADH zurückzuführen. Weil der Mangel an ADH beim alkoholbedingten häufigen Wasserlassen die Ausscheidung von Mineralien verursacht, kann es in der Nacht nach dem Alkoholgenuss zu Muskelkrämpfen kommen.
Barbara Kliem
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Dieser Artikel gibt Ihnen einige nützliche Hinweise, wie Sie einer Diabetes Insipidus vorbeugen können.