Ratgeber Diabetes insipidus

Informationen für Betroffene und Angehörige

Therapie von Diabetes insipidus

Die ersten Maßnahmen bei der Behandlung eines untherapierten Diabetes insipidus sind der Ausgleich des Elektrolythaushaltes und die Stabilisierung des Kreislaufs. Die weiteren Behandlungsmaßnahmen richten sich nach der Ursache der Grunderkrankung, die im Fall eines Tumors mittels Operation oder Strahlentherapie bekämpft werden kann, sowie nach Form und Schwere des diagnostizierten Diabetes insipidus.

Die Behandlung von zentralem Diabetes insipidus

Bei der zentralen Form des Diabetes insipidus muss bei mildem Verlauf nicht immer ADH von außen zugeführt werden. Vielmehr wird bei nur teilweisem Mangel an ADH die körpereigene Produktion durch bestimmte Medikamente wie Anti-Epileptika mit antidiuretischem, also der Harnausscheidung entgegenwirkendem Effekt, angeregt. Auf diese Weise wird entweder die Abgabe von ADH angeregt oder die Konzentrationsfähigkeit der Niere direkt gesteigert. Derartige Medikamente basieren z. B. auf dem Wirkstoff Carbamazepin. Als Alternative kann die Hormonersatztherapie zum Einsatz kommen.

Die Vasopressin- oder Desmopressin-Therapie

Produziert der Körper Vasopressin nicht von selbst, kann es den Betroffenen verabreicht werden. In natürlicher Form wirkt es an der Niere nur kurzfristig. Ein synthetisches, länger wirksames Derivat von ADH ist das sogenannte Desmopressin. Beide Hormonarten werden in Form von Nasentropfen oder –spray verabreicht, was bei starkem Schnupfen und damit verbundenem häufigen Naseputzen zu einer Verringerung der Wirkung führen kann. Unerwünschte Wirkungen dieser Therapieform können u. U. Kopfschmerzen, Übelkeit und Reaktionen der Nasenschleimhäute sowie bei zu häufiger Anwendung Schwellungen und Wassereinlagerungen sein, die im schlimmsten Fall zu Überwässerungen mit Bewusstseinstrübungen und Krämpfen führen können. Wassereinlagerungen und die damit verbundene Gewichtszunahme, erkennt man am besten durch die tägliche Kontrolle des Körpergewichts. Begleitend zur Desmopressin-Therapie muss die Trinkmenge reduziert werden.

Eine Selbstrückbildung ist möglich

Bei Schädel-Hirn-Traumata und Operationen am Gehirn bildet sich der Diabetes insipidus gelegentlich von selbst zurück. In diesem Fall wäre keine Therapie nötig, vor allem dann nicht, wenn die Betroffenen das häufige Urinieren und das gesteigerte Durstgefühl mit ihren Schlaf- und Alltagsgewohnheiten vereinbaren können. In der Regel wird die Therapie mit Desmopressin aber aufgrund der gestörten Nachtruhe und der Alltagseinschränkungen der Betroffenen dennoch durchgeführt.

Die Behandlung von renalem Diabetes insipidus

Beim Diabetes insipidus renalis soll eine vermehrte Natriumausscheidung über die Niere und die damit verbundene Senkung der Blut-Osmolarität erreicht werden. Dazu können sogenannte Thiazid-Diuretika verabreicht werden, die harntreibend wirken und damit die Natriumausscheidung fördern. Begleitend kann eine kochsalzarme Diät für die Abnahme des Blutvolumens und damit für eine gesteigerte Rückresorption von Wasser in der Niere sorgen.

Zur Überprüfung des Behandlungserfolgs sollten mindestens einmal jährlich Kontrolluntersuchen stattfinden, um die Medikamentengabe gegebenenfalls anzupassen.

Barbara Kliem

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